Historische Tatsachen Nr. 55 - Diffamierte Medizin im Dritten Reich

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Walendy, Dipl.-Pol. Udo: Diffamierte Medizin im Dritten Reich - Historische Tatsachen Nr. 55

"Die Schwierigkeiten bei der Versorgung eingekesselter Truppen an der Ostfront schreckten die militärische Führung nach der mißlungenen Versorgung Stalingrads aus der Luft auf. Das Oberkommando der Wehrmacht erteilte dem Verpflegungsamt den Auftrag, eine "Notverpflegung des Heeres" zu entwickeln. Sie befriedigte nur zum Tell. Deshalb bekam ich als Ernährungsinspekteur im März 1943 von Himmler den Befehl, bis zum Oktober 1943 eine eigene, varlationsreichere Verpflegung nicht nur zu entwickeln, sondern auch in zunächst ausreichender Menge (2 Millionen Portionen) produzieren zu lassen und für den Bedarfsfall einzulagern. Das Soll wurde mit zusätzlicher Leistungssteigerung zahlreicher Lebensmittelfirmen tatsächlich erreicht. Die Bezeichnung "Konzentratverpflegung" wurde gewählt, weil die neuwertigen Verpflegungsmittel in geringstmöglicher Masse den höchstmöglichen Nährwert enthalten und (zwecks Abwurf aus der Luft) transportgünstig sein sollten. Die Tagesration (ca. 10 verschiedene Gerichte u. a.) wog 500 - 600 g, die Verpackung zusätzlich 50 g."

(E. G. Schenck: "Zur Frage der Sonder- und Konzentrat-Verpflegung der Waffen-SS", 1943. Nur für den Dienstgebrauch!)

 

Bereits im Herbst 1939 traten bedenkliche Schwierigkeiten bei der Verpflegung der Fronttruppen auf. Die Oberkommandierenden der Wehrmachtteile schufen daraufhin die Position eines  "Ernährungsinspekteurs" zunächst bei der Waffen-SS mit späterer Ausweitung auf die gesamte Wehrmacht.

Unter Beibehaltung der bisherigen Aufgaben wurde ich dazu bestimmt und vom Reichsmarschall Hermann Göring in meiner Eigenschaft als Sanitätsoffizier des Heeres zur Waffen-SS versetzt. Nach Einsatz als Truppenarzt auf fast allen Kriegsschauplätzen wurde ich 1942 nach Berlin zurückbeordert und zusätzlich mit der Entwicklung neuartiger Verpflegungsmittel beauftragt. Ende 1942 stieß ich erstmals auf die ungeheuren Ernährungsmißstände in den KL und sah deren elende Opfer in Massen. Es stand für mich außer Zweifel, daß die Hungersnot bekämpft und die Hungerkranken überleben, ja wieder in guten Gesundheitszustand gebracht werden mußten. Den bereits mancherorts ausgebrochenen Seuchen und der Hungerdystrophie, die man nicht beherrschte, stand man ratlos gegenüber.

Vergessen war inzwischen, was man vom Hunger aus dem Ersten Weltkrieg noch hätte wissen können. Meine zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen über den Hunger waren offensichtlich nicht rechtzeitig an die bedürftigen Stellen gelangt. Ich habe dies bei der hungernden Kampftruppe in Taganrog am Schwarzen Meer ebenso erlebt wie bei der von den Bombenangriffen heimgesuchten deutschen Zivilbevölkerung.

Ende 1942 befahl Himmler - offenbar veranlaßt durch eine Radiomeldung der Feindseite - eine Inspektion des Zigeunerlagers in Auschwitz-Birkenau. Hier befanden sich vor allem die Kinder - man hatte sie bei den Familien belassen - in elendstem Zustand. Ihnen waren entsprechend ihrem Alter lediglich Anteile der Erwachsenrationen zugeteilt worden, statt kindergerechte Lebensmittel. Der vom Ernährungsinspekteur unterrichtete Ministerialdirektor Dr. Moritz vom Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft (RMEuL) hatte von den Kindern im KL Auschwitz-Birkenau nichts gewußt, war entsetzt und erließ sofort die Verordnung, daß Kinder von Ostarbeitern, gleich, ob sie in Lagern gehalten würden oder nicht, die gleichen Lebensmittelsätze erhielten wie die deutschen Kinder der entsprechenden Altersstufen. (10 Jahre später stieß ich im sowjetischen Gulag auf das gleiche Problem). 

Die zunächst in Angriff genommenen Bemühungen, Häftlingsrationen denen der Zivilbevölkenmg gleichzustellen, scheiterten am Justizministerium, das für KL-Häftlinge Gefängnisrationen verfügte, und am RMEuL, das keine zusätzlichen Lebensmittel zur Verfügung hatte. So mußte man schrittweise an die Sache herangehen. Zunächst bekamen die Lagerärzte per Rundschreiben vom 12.5.1943 nähere Aufklärung über die weithin unbekannte Oedem- (Hunger) Krankheit und Anweisung zur Behandlung mit hochwertigen Eiweißträgern. Es wurde ihnen mitgeteilt, daß sie für kranke Häftlinge Krankheitszulagen wie für die Zivilbevölkerung erhalten können. Im September 1943 wurde Befehl erteilt, daß die Verpflegung der Häftlinge in den KL-Krankenrevieren nicht nur nicht verkürzt werden dürfe, sondern vielmehr aufzustocken sei. Schließlich erging im November 1943 eine Verordnung des RMEuL, derzufolge sämtliche Häftlinge, also auch die nicht zur Arbeit eingesetzten, eine Schwer- resp. Schwerstarbeiterzulage erhielten.

SS-Obergruppenführer Pohl, Chef des SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamtes, der, wie ich weiß, die Häftlinge nicht nur als Arbeitskräfte betrachtete, sondern als elende Menschen erkannte, richtete persönlich mehrfache Direktiven und sehr ausführliclie Befehle an sämtliche Lagerkommandanten und Verwaltungsführer (z. B. 24.3. + 23.10.1943), die vom Ernährungsinspekteur ausgearbeitet worden waren. Sie enthielten alle nur erdenklichen Maßnahmen zur Erleichterung des Lebens der Häftlinge. Die Lagerverwaltungen wurden ständig unter Druck gehalten, sich zusätzliche, nicht rationierte Gemüse, Wildgemüse, Zuckerrüben, Brauereihefe, Blut aus Schlachthäusern usw. kraft Eigeninitiative zu beschaffen. In 2 KL wurden Lehrküchen für die Köche aller KL eingerichtet, die erfahrene Truppenlehrköche leiteten und ihr Fachwissen in Lehrkursen vermittelten. Ein großes Problem blieb die Beschaffung der Kochkesselkapazität. Diese und andere Maßnahmen bewirkten zwar insgesamt eine Erleichterung, doch angesichts der sich immer katastrophaler entwickelnden Kriegslage keine Wende.

Da hochwertige Eiweißträger knapp und rationiert waren, mußte man an nicht rationierte Nahrungsmittel denken. Als solche boten sich die altbekannte Nährhefe und das Kriegsprodukt "Biosyn" aus Oidiumlactis (Edelschimmelpilz im Käse) an. Leider konnten sie niemals in der projektierten Menge erzeugt werden, weil ihre Fabrikationsstätten immer wieder bei den gehäuften Bombenangriffen beschädigt wurden. Immerhin konnten bis Mitte 1944, als dann nach und nach alles ausfiel, 600 -700 Tonnen dieser Eiweißträger in die KL gebracht werden. So selbstverständlich und notwendig es war, sich der Hungernden in den KL anzunehmen, so selbstverständlich und notwendig war es auch, sich der unter den immer mörderischer werdenden Luftangriffen leidenden deutschen Zivilbevölkerung und zurückgedrängten Truppen anzunehmen. So wandte ich mich nach Erledigung der letzten übergeordneten Dienstpflichten wieder dem unmittelbaren ärztlichen Beruf zu und operierte noch 10 Tage lang im Notlazarett der Reichskanzlei.

(Aus E. G. Schenck: "Ich sah Berlin sterben", Herford, 1970; ungekürzt in: "1945. Als Arzt in der Reichskanzlei", Stockach, 1985.)

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Der Schelm läßt übrigens die schwachmatischen "Kommentare" neurotisierter Antifanten zu seinen Büchern bewußt stehen, um klarzumachen, wes Geistes Kind diese bedauernswerten Kretins sind. Der Schelm ist allerdings Humanist und Optimist und daher voll davon überzeugt, daß sich der mentale Zustand der Linksdrifter mit der Zeit verbessern wird.

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